Gletschertouren – sicher über das Eis
Gletschertouren führen über vereiste, oft von Spalten durchzogene Flächen und erfordern spezifisches Wissen, das über normales Wandern oder klassisches Alpinklettern hinausgeht. Sie sind häufig Bestandteil größerer Hochtouren, etwa beim Zustieg zu vergletscherten Gipfeln.
Das Spaltenrisiko
Die größte Gefahr auf Gletschern sind verdeckte Spalten, die durch eine dünne Schneebrücke überdeckt sein können. Aus diesem Grund werden Gletscher grundsätzlich am Seil begangen, sodass ein Sturz in eine Spalte durch die Seilpartner aufgefangen werden kann.
Seiltechnik und Spaltenbergung
Die richtige Handhabung des Gletscherseils sowie Grundtechniken der Spaltenbergung mittels Flaschenzugsystemen zählen zu den wichtigsten Fähigkeiten für Gletschertouren. Diese Techniken sollten unbedingt in einem Kurs oder mit einem erfahrenen Bergführer erlernt werden, bevor man sich selbstständig aufs Eis begibt.
Ausrüstung
Neben Steigeisen und Pickel gehören ein Gletscherseil, Bandschlingen, Karabiner und ein Prusikset zur Standardausrüstung. Details dazu unter Kletterausrüstung.
Beste Bedingungen
Gletschertouren werden idealerweise früh morgens unternommen, wenn der Schnee noch gefroren und damit tragfähiger ist. Im Tagesverlauf steigt mit der Erwärmung auch das Spaltenrisiko durch weicher werdende Schneebrücken.
Fazit: Respekt vor dem Gletscher
Gletscher wirken oft harmloser, als sie sind. Wer sich gut vorbereitet und die richtige Seiltechnik beherrscht, kann diese eindrucksvolle Landschaftsform jedoch sicher erleben – etwa am Mont-Blanc-Massiv oder in der Hohen Tauern.